Nocturnal Animals

USA 2016; 116 min; OV;
Regie: Tom Ford;

Dass Kunst in alle Bereiche ausgeweitet werden kann, zeigte Tom Ford, seines Zeichens Modedesigner, bereits 2009 mit seinem Drama „A Single Man“. Mit “Nocturnal Animals“ wagt er sich nun in zweierlei düsterere Genregefilde auf einmal: Ein in den abgehobenen Sphären der emotionskühlen Künstlerszene von Los Angeles umgesetztes Charakterdrama steht einer schonungslosen Rachestory in der drückenden Hitze der amerikanischen Südstaaten gegenüber. Dabei dient die unwirkliche Realität von Galeristen und Freigeistern paradoxerweise als Rahmenhandlung für die wesentenlich greifbarere und brachial echt anmutende Romanhandlung: Susan Morrow -angesehene Künstlerin mitsamt frisch eröffneter Austellung, an der man sich als Filmbesucher direkt zu Beginn ergötzen darf- erhält ein Manuskript ihres Ex-Mannes, das die grausamen Geschehnisse um den fiktiven Familienvater Tony Hastings erzählt. Mit fortschreitender Seitenzahl beginnt dieses jedoch an Susans seelischem Wohlergehen zu zehren und sie bekommt den Verdacht, dass es sich bei dem Roman um Vergangenheitsbewältigung, oder sogar eine implizite Drohung handeln könne. Neben den hochkarätig besetzen Hauptrollen, stechen besonders die starken Nebendarsteller hervor: Michael Shannon, raubeinig und eigenbrödlerisch wie man ihn kennt und Aaron Taylor-Johnson, der -vielen nur als spargeliger Kick-Ass bekannt- zu einem backenbärtigen Monstrum voller angsteinflößender Bildpräsenz mutiert.

Wir meinen: Ford gelingt es auf faszinierende Weise die zwei so kontrastreichen Handlungsstänge zu vernetzen- Cinematografie vom Feinsten!

Nocturnal Animals in der IMDB

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