Junction 48

IL 2016; 95 min; OmdU;
Regie: Udi Aloni;

Auf der Berlinale 2016 mit Standing Ovations zum Siegerfilm (Panorama) gewählt, erzählt „Junction 48“, des israelischen Regisseurs Udi Aloni, die Geschichte des Rappers Kareem (Tamer Nafar) und seiner Freunde. Als Star der arabischen Hip-Hop-Szene ist Nafar diese Rolle auf den Leib geschnitten. Der Film spielt in Lod, einer isrealischen Kleinstadt, die nur einen Steinwurf vom Tel Aviver Flughafen entfernt liegt und in der Juden und Araber Seite an Seite einen konfliktreichen Alltag leben. Für Kareem ist die Musik ein Mittel des gewaltlosen Widerstands gegen Diskriminierung, Ungleichbehandlung und Rassismus, aber für ein gleichberechtigtes Miteinander. Er kämpft aber nicht nur gegen die israelische Unterdrückung, sondern auch gegen die konservativen Lebensentwürfe und die Gewaltkultur in der eigenen arabischen Community, deren patriarchalische Lebensentwürfe ihre Freiheit bedrohen. Der Film „Junction 48“ hat Lod zu einem Symbol gemacht. Bis 1948 lebten überwiegend Araber im damals wichtigen Verkehrsknotenpunkt Palästinas. Als die Israelis die Stadt im Juli 1948 besetzten, vertrieben sie Zehntausende Araber. Heute ist nur noch ein Fünftel der Bevölkerung von Lod arabisch.

Wir meinen: Der Film ändert nicht nur die Wahrnehmung von Lod, sondern schärft auch den Blick für einen bis heute ungelösten Konflikt dieser Welt.

Junction 48 in der IMDB

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