Die Reifeprüfung

USA 1967; 106 min; OV;
Regie: Mike Nichols;

Im Jahr 1967 wurde das etablierte Kino in seinen Grundfesten erschüttert und für immer verändert. Neben „Bonnie und Clyde“ war dafür im Wesentlichen „Die Reifeprüfung“ verantwortlich. Der Film beginnt mit der Rückkehr des College-Absolventen Benjamin Braddock (Dustin Hoffman) in sein Elternhaus. (Funfact: Die berühmte Eröffnungsszene auf dem Laufband am Flughafen wurde in Quentin Tarantinos „Jackie Brown“ quasi identisch umgesetzt.)

Benjamins Eltern sind sehr stolz, haben aber auch hohe Erwartungen an ihn. Er hingegen weiß nicht wirklich etwas mit sich anzufangen. Dies ändert sich mit dem Auftritt von Mrs. Robinson (Anne Bancroft). Die Frau eines Geschäftspartners von Benjamins Vater wünscht von ihm nach Hause gefahren zu werden und bittet ihn auf einen Drink mit hinein...

Der Film missachtete gänzlich die damaligen filmischen Konventionen. Einen klassischen Helden oder eine herkömmliche Filmdramaturgie gibt es nicht, stattdessen reichlich Erotik zwischen einem jugendlichen College-Absolventen und einer wesentlich älteren verheirateten Frau. Es ist ein Film, der den Zeitgeist der späten 60er atmet, aber auch zu seinem 50. Jubiläum noch so frisch wirkt, als wäre er gestern gedreht worden. Einzelne Szenen, in denen nicht primär die Handlung vorangetrieben wird, sondern der Hauptdarsteller lediglich im Pool dahingleitet und durch seine Sonnenbrille ins Leere starrt, wobei der einmalige Soundtrack von Simon and Garfunkel ertönt, tun ihr Übriges. Das „New Hollywood“ war geboren.

Wir meinen: Wer „Die Reifeprüfung“ nicht gesehen hat, hat das moderne Kino nicht verstanden.

Die Reifeprüfung in der IMDB

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