Nolan - Vom Film noir zum Blockbuster

Christopher Nolan - dieser Name steht wie kaum ein anderer für Blockbuster, die ebenso die Filmkritik wie das Publikum begeistern. Die Veröffentlichung seines letzten Films "Dunkirk" nehmen wir zum Anlass, das gängige Bild von Nolan, unentschieden zwischen Kunst und Kommerz, zu hinterfragen. Wer den Künstler Nolan verstehen möchte, kommt nicht umhin sich mit den Filmen zu beschäftigen, die vor seinem Ruhm gedreht worden sind. Dazu gehören seine Frühwerke "Memento" und "Insomnia", die wir dieses Semester "Dunkirk" in einer Filmreihe gegenüberstellen. "Memento", seinen Durchbruch als Regisseur, haben wir ausgesucht, weil er im Gegensatz zu seinen späteren Filmen ein Film noir in Reinform ist. Dieses Filmgenre hat wie kein anderes Nolan in seinem Stil geprägt. Während der Film noir, der seinen Zenit in den 1940ern erlebte, lange nur noch etwas für Fans düsterer Schwarzweiß-Filme über Detektive in Trenchcoats gewesen ist, gelang es Nolan dessen Stilelemente in die Gegenwart zu transportieren und so das Genre wiederzubeleben. Wie diese Klassiker wartet "Memento" mit einem getriebenen Protagonisten, der obligatorischen Femme Fatale und einer Welt voller zwielichtiger und durchtriebener Charaktere auf. Die stilbildende Figur des Film noir, die Rückblende, wird in "Memento" durch Nolan gar auf die Spitze getrieben. Sein nachfolgender Film "Insomnia" beginnt auf subtile Art mit den Stilelementen des Film noir zu spielen und deutet an, wie Nolan in seinen späteren Filmen die Grenzen dieses Genres zunehmend sprengen wird. In den pechschwarzen Welten Nolans zeigt sich erstmals ein Hoffnungsschimmer. Auch ist "Insomnia" seine erste Zusammenarbeit mit einem Hollywood Studio gewesen, wenn auch damals unter den Fittichen von Stephen Soderbergh. Der Rest ist Geschichte.
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