Kurzfilmabend

Egal ob 30, 15 oder 9 Minuten lang, Kurzfilme sind vielfältig. Nicht nur in ihrer Dauer; auch in der Thematik und Darstellung variieren sie von Animations- über Experimental- bis zu Langfilmen und von Gefühlen der Freude und Ausgelassenheit bis zu Trauer und Ängsten. Wie jedes Jahr haben wir wieder die besten der für den Deutschen Kurzfilmpreis nominierten Filme ausgesucht, um Euch eine abendfüllende Vorstellung des kurzen Filmformats zu präsentieren!

OBERVOGELGESANG von Ferdinand Ehrhardt & Elias Weinberger
Die junge Lovis fährt von den Bergen nach Hause. Sie blickt aus den Zugfenstern und zeichnet, als sie von einem Touristenpaar angesprochen wird. Im Gespräch mit ihnen relativiert die Jugendliche mal wieder das Problem der starken rechtsextremen Szene in ihrer Heimat Sachsen.

FLUFFY TALES von Alison Kuhn
Ella arbeitet seit kurzer Zeit als Model und wurde nun für die Werbekampagne eines neuen Hundefutters gebucht. Beim Shooting verhält sich ihr tierischer Kollege jedoch unprofessionell, weshalb Fotograf und Kundin kurzerhand beschließen, dass Ella seine Rolle übernehmen soll. Bevor sie sich versehen kann, blickt sie von allen Vieren aus in das unnachgiebige Blitzlicht.

X von Mareike Wegener
X ist eine Adaption des Teufelspakt-Mythos und spielt in der Peripherie des Ruhrgebiets. Dort sucht Ecke nach Arbeit, doch seine Hände sind zu zittrig. Dieter versucht zu atmen, aber seine verbleibende Lunge ist zu staubig. Das Keuchen und Rattern, das Schwirren der Stromleitungen und der Hall der Hufschläge verbinden sich in den Tunneln zu einer unheimlichen Musik – bis der Teufel im klammen Schacht erscheint und ein Angebot macht.

DOOM CRUISE von Hannah Stragholz & Simon Steinhorst
Ein Kreuzfahrtschiff steuert durch eine sich auflösende Welt. Dass dieses Schiff bald untergehen wird, ist allen Reisenden klar. Bilder von Eisbergen, untergehende Schiffe, sterbende Vögel und makabre Seemannslieder scheinen niemanden mehr zu beunruhigen. Erst als es zu Störungen im Motor kommt, der Strom ausfällt und die Stimme der Kapitänin nur noch bruchstückhaft durch die Lautsprecher zu hören ist, bricht Panik aus. Was tun, wenn der Moment des letzten Abschieds gekommen ist?

DISJOINTED von Clara Helbig
disjointed erzählt von den Erfahrungen zweier Fleischindustriearbeiter. Wo Worte an ihre Grenzen stoßen, werden Erlebnisse und Traumata performativ aufgearbeitet. Der Film führt die Krise einer patriarchalisch geprägten Industrie auf einer subjektiven und persönlichen Ebene vor und stellt die Nachhaltigkeit dieser Branche für alle Akteure grundsätzlich infrage.

SALIDAS von Michael Fetter Nathansky
SALIDAS (span., AUFBRÜCHE) ist ein fiktiver Tanzfilm, der die Geschichte der Bestatterin Giralda erzählt, die Verstorbene ins Jenseits befördert. Überführt in die Sprache des spanischen Flamenco-Tanzes und angesiedelt in einem alten ostdeutschen Schiffshebewerk, erzeugt der Film eine assoziative Verschmelzung zwischen Nord- und Südeuropa, Bewegung und Stille, Abschied und Ewigkeit.

Wir meinen: Bis heute steht das Medium Kurzfilm und der Deutsche Kurzfilmpreis für innovative Filmideen und damit für das Kino von morgen.

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