Titane

FR 2021; 108 min; Regie: Julia Ducournau; Drehbuch: Julia Ducournau,;
Darsteller: Vincent Lindon Agathe Rousselle Garance Marillier;

Bei einem Autounfall in ihrer Kindheit verliert Alexia (Agathe Rousselle) ihren Vater und bekommt eine Metallplatte (das titelgebende Titan, besonders hitze- und korrosionsbeständig) in den Schädel implantiert. Seitdem verspürt sie eine weitaus mehr als platonische Vorliebe für Autos und einen Hang zum Gelegenheitsmorden. Diese Art von Freizeitgestaltung kommt allerdings mit einer farbenfrohen Palette an lästigen Unannehmlichkeiten. Man könnte sich zum Beispiel mit einer ungewollten Schwangerschaft mit einem lokalen Cadillac oder frankreichweiter Fahndung durch die Polizei konfrontiert sehen, oder gar beidem auf einmal...

Julia Ducournau hat mit ihrem Erstlingswerk Raw (2016, Originaltitel: Grave), einer reizenden Coming-of-Age-Geschichte mit kannibalistischem Twist bereits gezeigt, dass Body-Horror auf mehr als eine Art unter die Haut gehen kann. Genauso vollzieht auch Titane einen geschickten Balanceakt zwischen seiner absurden Prämisse und aufrichtig menschlichem Drama über bedingungslose Liebe.

Wir meinen: Hier eine generelle Empfehlung auszusprechen, wäre fahrlässig, da durchaus heftige Thematiken und explizite Gewaltdarstellung ein großer Bestandteil des Films sind. Aber vielleicht gerade dadurch, dass Titane außerhalb der meisten Komfortzonen liegt, ist es ein Kinoerlebnis, das einem noch lange nachgeht und wie wir meinen in Cannes zu Recht mit dem Hauptpreis “Palme d’or” gekürt wurde.

Titane in der IMDB

Wir bei Facebook: